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Alver Golden Chlorella CEO Mine Uran bei CNN Money Switzerland

Laut CNN Money ist die Schweiz führend in Sachen Innovation und Unternehmerinnen stehen an vorderster Front. CNN Money Switzerland stellt in diesem Sommer in einer Sonderserie von Unternehmerinnen gegründete Startups vor. Gemeinsam mit www.startupticker.ch haben sie Unternehmen mit starken Schweizer Wurzeln und internationaler Ausrichtung ausgewählt. Eines der vorgestellten Startups ist Alver. Gründerin und CEO Mine Uran wurde zu einem Interview mit Ana Maria Montero nach Zürich eingeladen.

Worum geht es bei der SWISS START-UP TOUR von CNN Money Switzerland?

Das kann man www.cnnmoney.ch, der Website des Senders entnehmen: „Lassen Sie sich von CNNMoney Switzerland die aufstrebenden Unternehmen vorstellen, die sich in der Schweiz und darüber hinaus profilieren. Wir bereisen das Land, um weibliche CEOs aufzuspüren, die für ihre besondere Vision und ihre Fähigkeit, eine neue Generation von Unternehmern zu inspirieren, bekannt sind. Entdecken Sie die Herausforderungen und Lektionen, die sie gelernt haben, die schwierigen Entscheidungen, die sie treffen mussten, und den einen Moment, in dem sie wussten, dass sie es geschafft haben. Die Lebensmittelingenieurin Mine Uran ist stolz darauf, mit Konventionen zu brechen: Sie gründete Alver, ihr Superfood-Start-up, im Alter von 50 Jahren, lehnte den Rat ab, einen Mann einzustellen, um mehr Investoren zu finden; und wagte es, VCs wegen Term Sheets abzulehnen, die nicht zu ihr passten. Das ist ihre Geschichte.” Das Interview hier im Video >>>

Alver CNNMoney Switzerland Alver Golden Chlorella Founder Mine Uran Swiss Startup Female Founder Avieta Claessens Photography

Mine, Sie sind eine Lebensmittelingenieurin und haben die letzten 20 Jahre nach dem idealen, nicht tierischen Superprotein gesucht. Das scheint eine lange Zeit zu sein, nach etwas so Spezifischem zu suchen, was hat das ausgelöst?

Ich begann meine Karriere im Lebensmittelbereich und realisierte mehr und mehr, dass tierische Proteine auf lange Sicht nicht sehr nachhaltig sind. Der Grund, warum ich mich dann mit Mikroalgen befasst habe, ist auch die Landnutzung. Denn heute sinkt unsere Landnutzung pro Kopf. Nicht nur wegen der wachsenden Bevölkerung, sondern auch wegen der Verstädterung. Derzeit nutzen wir nur 12% des Ackerlandes und auch die urbare Fläche wird immer kleiner. Die Landnutzung pro Kopf ist sehr wichtig, deshalb habe ich beschlossen, ins Meer zu schauen. Da das Meer ungefähr drei Viertel unseres Planeten bedeckt, untersuchte ich Mikroalgen als Quelle für nachhaltiges Protein.

Okay, also  ist Ihre Motivation viel mehr Nachhaltigkeit als zum Beispiel Gesundheit. Oder ist es beides?

Es ist beides. Wie wir wissen, beziehungsweise, wie wir in den letzten Jahren herausgefunden haben, ist es auf lange Sicht nicht gesund für unseren Körper, zu viel tierisches Eiweiß zu sich zu nehmen. Nachhaltiges Protein zu finden, das auch gesund ist, war mein Ziel. Mikroalgen enthalten auf natürliche Weise 60% Eiweiß, aber auch viele Mineralien und Vitamine. Unsere Mikroalgen im Besonderen enthalten auch Carotinoide, was sie zu einem sehr gesunden Lebensmittel macht, das die Weltbevölkerung wirklich ernähren kann.

Erzählen Sie mehr über den Markt für diese Art von Produkten aus Mikroalgen!

Okay, Algen sind allgemein als gesundes Produkt bekannt. Aber das Problem ist der Geschmack. Deshalb züchten wir Mikroalgen in einer Umgebung, die sie daran hindert, diesen typischen Algengeschmack zu entwickeln. Unsere Mikroalgen haben einen natürlichen, aber neutralen Geschmack. Aufgrund dieses neutralen Geschmacks, kann das Pulver jedem Gericht zugesetzt werden, ohne seinendessen Geschmack zu verändern. Wenn man Nudeln essen möchte, isst man Nudeln, wenn man Sauce essen möchte, isst man Sauce … kein Algengeschmack!

Das hört sich so an, als müsste man dieses Problem der Wahrnehmung überwinden, oder? Weil die Leute meinen, dass Algen schrecklich schmecken. Wie schwierig ist es, sie vom Gegenteil zu überzeugen?

Es ist eine Herausforderung für uns, das stimmt. Deshalb führen wir viele Verkostungen durch. Diesen Sommer werden wir bei COOP viele Verkostungen mit Smoothies organisieren. Wenn Sie also bei COOP sind, halten Sie nach unseren Produkten Ausschau und probieren Sie sie in einem Smoothie. Sie werden auf jeden Fall überrascht sein!

Der Hauptbestandteil ist etwas namens Golden Chlorella, eine 100% natürliche Alge, die gelb ist und als eine Art Pulver daherkommt, richtig? Wie funktioniert das, wie kommen die Algen aus dem Meer in die Produkte?

Also die Babyalgen haben wir in Holland gefunden, und zwar in Süsswasser. Dann haben wir begonnen, sie in einer geschützen Umgebung zu züchten, um sicherzustellen, dass sie gesund sind und nur Mikroalgen wachsen und keine anderen Bakterien. Die Algen werden vom Licht ferngehalten und nur mit Zucker ernährt. Dadurch, dass sie im Dunkeln wachsen, entwickeln sie nicht die für Algen typisch grüne Farbe. Und sie bilden Carotin, welches ihnen diese schöne gelbe Farbe verleiht.

Alver Golden Chlorella Microalgae Vegan High Protein Powder

Das klingt ziemlich kompliziert. Ist es ein komplizierter Prozess? Und ist es teuer?

Nein, es ist wirklich nicht kompliziert. Man baut Golden Chlorella einfach mit einer Zuckerlösung an und trocknet sie. Der Prozess ist weder kompliziert noch teuer. Die Kosten sind im Moment nur hoch, weil die Mengen, die wir produzieren, gering sind. Sobald wir wachsen, werden die Produktionskosten mit dem Volumen erheblich sinken. Und das ist genau die Herausforderung, die wir jetzt haben: Wir wollen unsere Produktionskapazität erweitern. Deswegen suchen wir auch eine Investition von 3 Mio. Also, wenn jemand etwas Gutes für die Welt tun will, kann er – oder sie – mich gern kontaktieren!

Das ist also der momentane Status in Sachen Finanzierung: Sie suchen 3 Millionen Schweizer Franken, um mit der Skalierung zu beginnen?

Ja, das ist richtig. Mit dem Geld können wir skalieren und sobald wir grosse Mengen produzieren können, kann der Preis auf nur CHF 2 pro Kilo gesenkt werden.

Das ist wirklich nicht viel. Aber sprechen wir doch mal über Finanzierung. Welche Art von Investoren suchen Sie: Venture Capital, Privatinvestoren oder einfach jede Art Investor? Und wie gehen Sie vor, um Gelder zu finden?

Nein, wir suchen nicht einfach irgendeinen Investor. Wir suchen wirklich Investoren, die an einer langfristigen Investition interessiert sind und auch der Welt etwas Gutes tun wollen. Für mich geht es nicht darum, dieses Geld zu bekommen und dann das Unternehmen 5 Jahre später zu verkaufen. Es ist eine langfristige Investition. Es ist ein 10-Jahres-Plan, den ich habe, kein 5-Jahres-Plan. Vielleicht ist Alver weniger etwas für Risikokapitalgeber als vielmehr für Family Offices und Privatinvestoren, die langfristig und nachhaltig investieren möchten. Wir haben mit Crowdfunding begonnen, mit Privatleuten. So haben wir vor zwei Jahren CHF 250’000 zusammengetragen, was uns die Produktentwicklung ermöglicht hat. Jetzt haben wir unsere zweite Seed-Funding-Runde abgeschlossen und 1 Mio. erhalten, und zwar von einer Person, einem Business Angel. Mit diesem Geld können wir unser Marketing ausbauen und die Bekanntheit unserer Marke steigern. Bis heute haben wir 12 verschiedene Produkte: Pulver, Riegel, Suppen, Nudeln und Saucen … und für 3 Millionen, nun ja, das wäre dann die nächste Runde.

So gesehen, wie unabhängig ist Alver?

Um ehrlich zu sein, wir haben einige bekannte Risikokapitalgeber abgelehnt, als wir ihre Term Sheets sahen. Mein Ziel ist nicht, Geld zu verdienen, sondern etwas Gutes für die Welt zu tun. Wir brauchen Geld, ja. Und wir werden Geld verdienen, aber das ist nicht mein vorrangiges Ziel.

Und, hat die Tasache, dass Sie eine Frau sind, Einfluss bei der Suche nach Finanzen und Investitionen?

In gewisser Weise, ja! Als wir uns am Anfang auf die Suche nach Kapital machten – wir, also zwei weibliche Gründerinnen – sagte uns jemand: “Sie müssen einen Mann ins Team holen, um mehr Geld zu bekommen.” Das haben wir aber nicht… und das ist auch okay. All das ist nur Ansichtssache. Und was das angeht, bin ich schon immer gegen den Strom geschwommen.

Alver Golden Chlorella Founders Mine Uran Majbritt Byskov-Bridges

Okay, also keine Männer in diesem Powerfrauen-Team. Und, gibt es etwas in Ihrem Startup, das Sie als Unternehmenspolitik betrachten?

Für uns lautet die Philosophie… wir suchen wirklich nach Menschen, für die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht. Sie müssen dieses Bedürfnis, dieses Gefühl der Dringlichkeit, die Erde zu schützen mit sich bringen.

Sie sind Vegetarier, richtig? Sie setzen also das, wofür sie stehen, auch in die Tat um. Und jetzt stellen Sie dieses Superfood her. Man hört ja so viel über Superfood. Mal ehrlich, wie viel davon ist einfach nur Hype?

Das stimmt, ich bin Vegetarier, und das fühlt sich wirklich gut und richtig an. Bezüglich Superfood kann ich nicht für die anderen sprechen, nur für unsere Produkte. Wir sind sehr offen und transparent. Wir teilen immer und überall unsere Nährwertinformationen. Es gibt eine ganze Seite mit Nährwertprofilen unserer Produkte. Die enthaltenen Mineralien und Vitamine, die Mikrobestandteile wie Leucin oder Carotin… sogar unser Aminosäureprofil ist perfekt. Nur um Ihnen eine Idee zu geben: Warum wohl ist die Lebenserwartung japanischer Frauen so hoch? Weil sie Mikroalgen essen! Die japanische Küche enthält viele Mikroalgen. In Japan gilt Chlorella sogar als Lebensmittel von nationalem Interesse!

Mine, nachdem Sie Teams bei Unilever, DuPont und in jüngerer Zeit als Leiter der Protein-Forschung und -Entwicklung bei Nestlé im Angestelltenverhältnis geführt haben, haben Sie im vergangenen September beschlossen, sich selbstständig zu machen. Warum?

Tja, ich wurde 50. Und ich dachte mir, ich habe noch 10 oder 15 Jahre Arbeit vor mir; jetzt ist eine gute Zeit, sich selbständig zu machen. Ich habe drei Kinder. Die sind jetzt alle erwachsen. Zeit also, durchzustarten und mein eigenes Ding zu machen. Ich hatte das immer im Hinterkopf, und in dem Moment, in dem mein Leben etwas unkomplizierter wurde, wusste ich, JETZT ist der richtige Moment.

Und Ihre Familie ist super stolz und unterstützend? Müssen jetzt alle Ihre Mikroalgen essen?

Ja, absolut. Meine Familie steht 100% hinter mir. Was das Essen betrifft, sind alle wirklich happy. Erst gestern hatten wir etwas von Alver. Ich habe eine mexikanische Salsa mit Mikroalgen gemacht. Wir haben auch Veganer in der Familie, also gab es Veggie Burger. Aber natürlich fehlt bei Veggie Burgern das Protein. Deshalb haben wir eine Sauce mit Mikroalgen hinzugefügt. So hatten wir eine ausgewogene Mahlzeit mit 12% Eiweiss.

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Am Ende des Interviews probierte Ana Maria Montero unsere Tomatensauce mit Alver Golden Chlorella. Wie es ihr geschmeckt hat? Die Antwort in diesem Video >>>

Vielen Dank an CNN Money Switzerland für die Einladung und an Startupticker für den kontinuierlichen Support.