Fleischverzicht ist Klimaschutz – jeder Bissen zählt

Immer öfter erleben wir massive Hitzewellen, Waldbrände und durch Überflutungen ausgelöste Flüchtlingswellen. Was für einige nach dem Drehbuch eines Katastrophenfilms klingen mag, ist in vielen Teilen der Welt bereits Realität und wird sich laut dem aktuellen Weltklimabericht auch noch deutlich verschlimmern. Die beschriebenen Naturereignisse sind mögliche Folgen des Klimawandels – die Menschheit muss handeln.

Vielen macht diese sich scheinbar unaufhaltsam ausbreitende Bedrohung Angst, sie fühlen sich ausgeliefert und hilflos. Fakt ist, dass Jede und Jeder etwas in seinem privaten Umfeld tun kann: Bereits die Umstellung auf eine mehr oder weniger tierfreie, nachhaltige Ernährung kann einen positiven Beitrag für das Klima leisten. Die Hälfte aller durch Forst- und Landwirtschaft ausgestossenen Emissionen werden durch Nutztiere erzeugt. Wer also weniger tierische Produkte konsumiert oder sogar ganz auf diese verzichtet, kann bis zu 73% seines CO2 Fussabdrucks einsparen und leistet damit einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz.

Die bessere Klimabilanz einer Ernährung, bei der vermehrt auf pflanzliche Produkte zurückgegriffen wird, setzt sich wie folgt zusammen: Eine vegetarische oder vegane Ernährung ist ressourcensparender als eine omnivore, also eine Ernährung, bei der tierische Produkte und Fleisch konsumiert werden. Je weniger tierische Produkte gegessen werden, desto mehr Menschen werden von der gleichen Menge Getreide satt, da dieses nicht zu Tierfutter verarbeitet wird, sondern als Nahrung auf den Tellern der Menschen landet. Die Massentierhaltung ist die Hauptursache für den extensiven Verbrauch von Wasser, Nährstoffen und Ackerflächen und verschlechtert die Klimabilanz erheblich.

Daraus folgt: Wenn mehr Menschen bewusst auf eine ausgeglichene, pflanzliche Ernährung achten, werden Ackerflächen frei, die zur Produktion von Nahrungsmitteln für Menschen genutzt werden können. Somit beeinflusst eine überwiegend pflanzliche Ernährung nicht nur den Klimawandel positiv, sondern ist auch eine mögliche Lösung gegen den Welthunger und den langsam beginnenden weltweiten Mangel an Ackerflächen.

Auch an anderen Stellen lassen sich positive Aspekte für den Klimaschutz feststellen. Für pflanzliche Produkte fallen weniger Transportwege an, womit sich der dadurch entstehende CO2-Ausstoss deutlich verringern lässt. Ein Zuchttier lebt in verschiedenen Ställen an unterschiedlichen Orten, bis es auf dem Teller der Endkonsument:innen landet. Ein Schwein lebt beispielsweise im Laufe seines Lebens an drei verschiedenen Orten, bis es zum Schlachthof gefahren wird. Diese Transporte führen, so die Albert Schweizer Stiftung, oftmals über Landesgrenzen oder sogar über Europas Grenzen hinaus. Gemüse hingegen durchläuft in der Regel deutlich weniger Arbeitsschritte und hat deshalb auch eine bessere CO2 Bilanz. Hier gilt natürlich: Je regionaler und saisonaler das Gemüse ist, desto geringer sind die Transportwege und damit die CO2 Bilanz. Diese Unterschiede führen dazu, dass bei der Produktion eines Kilogramms Rindfleisch (36 kg CO2 pro kg) 360mal so viel CO2 entsteht wie bei der Herstellung eines Kilogramms Karotten (0,1 kg C02 pro kg). Zuchttiere verursachen zudem selbst Emissionen: Kühe zum Beispiel stossen bei der Verdauung das Treibhausgas Methan aus, welches für das Klima zehn- bis zwanzigmal schädlicher ist als CO2.

Kurzum: Indem man die eigene Ernährung nachhaltig umstellt und dabei möglichst auf regional produzierte Erzeugnisse zurückzugreift, leistet man einen substanziellen Beitrag für den Klimaschutz und schont wichtige Ressourcen. Jeder noch so kleine Schritt ist wichtig auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Welt. Die Umstellung des Speiseplans kann langsam starten: Schritt für Schritt können tierische Produkte beispielsweise gegen regionalere Produkte aus nachhaltiger Produktion ersetzt oder sogar ganz aus dem Speiseplan gestrichen werden – eben so viel, wie man kann und möchte.

Wir freuen uns über Ihre Gedanken und Anregungen zu dem Thema in den Kommentaren!

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